Die Pille – Verhütungsmittel Nummer 1

Die Pille zählt zu den Klassikern der Verhütungsmittel, denn sie ist zuverlässig und in der Anwendung einfach. Kein Wunder, dass sich viele Frauen für die Antibabypille entscheiden, um sich vor einer ungewollten Schwangerschaft zu schützen. Da die Auswahl der Präparate groß ist, ist eine medizinische Beratung durch den Frauenarzt notwendig. Dieser verschreibt nach einem ausführlichen Gespräch die passende Antibabypille.

Die Pille - Das meistverwendete Verhütungsmittel

Das am häufigsten verkaufte hormonelle Verhütungsmittel ist seit 1961 in Deutschland erhältlich. Damals brachte die Bayer Schering Pharma (damals noch Schering AG) in Zusammenarbeit mit dem belgischen Gynäkologen Ferdinand Pille - als VerpackungPeeters, die erste Antibabypille mit dem Namen „Anovlar“ auf den deutschen Markt. Diese Pille enthielt 50 mg Ethinylestradiol und 4 mg Norethisteronacetat und wurde zunächst als Arzneimittel zur Behandlung schmerzhafter Regelblutungen angeboten. In der Packungsbeilage war allerdings schon zu lesen, dass während der Anwendung dieses Präparats der Eisprung ausbleibt. Offiziell war die Schwangerschaftsverhütung demnach eine Nebenwirkung und keine Indikation. Jedoch gab es diese Pille nur auf Rezept und von verheirateten Frauen, die bereits Kinder hatten und eben an Menstruationsbeschwerden litten. In der DDR wurde die Antibaypille 1965 von Karl-Heinz Mehlan eingeführt und von dem Pharmahersteller Jenapharm unter dem Namen „Ovosiston“ produziert. Ab 1972 konnte jede Frau in der DDR die Pille kostenlos erhalten.

Mittlerweile ist die Pille das Verhütungsmittel Nummer 1, wobei der Anteil der unter Dreißigjährigen am größten ist:

Prozentualer Anteil der Pillenutzerinnen

 Anteil Verwendung der Pille

Wirkungsweise der Antibabypille

Die meisten Antibabypillen enthalten die künstlichen Hormone Östrogen und Gestagen (Kombipille/Mikropille, Laktosefreie Pille), die den körpereigenen weiblichen Geschlechtshormonen ähneln. Diese greifen in den Hormonzyklus ein und schalten den natürlichen Regelkreis aus. Damit wird verhindert, dass eine Eizelle heranreift und der Eisprung stattfindet. Die Hormone unterbinden das Signal, das normalerweise einen Eisprung auslösen würde. Dadurch wird verhindert, dass sich die Gebärmutterschleimhaut aufbaut und sich eine befruchtete Eizelle einnisten kann. Zusätzlich verdickt die Pille den Schleim des Gebärmutterhalskanals, wodurch es den Spermien unmöglich ist, einzudringen. Dies trifft jedoch nicht auf alle Pillenarten zu. Ältere Modelle der Minipille, welche ausschließlich Östrogen enthalten, sorgen lediglich für eine Verdickung des Schleims und somit zu einer Art Pfropfbildung vor dem Gebärmutterhalskanal. Die neueren Minipillen unterdrücken jedoch auch den Eisprung.

Mehr Informationen finden Sie unter Wirkstoffe.

99-prozentige Sicherheit vor einer Schwangerschaft

Kein Verhütungsmittel ist zu 100 Prozent sicher. Die Sicherheit der Kombinationspille bzw. der Mikropille liegt durch ihr dreifaches Schutzsystem (Unterbindung des Eisprungs, Verhinderung der Einnistung einer befruchteten Eizelle und die Schleimverdickung des Gebärmutterhalses) bei richtiger Anwendung bei 99 Prozent. Diese Sicherheit wird mit dem Pearl-Index dargestellt. Der Pearl-Index gibt die Zuverlässigkeit und Wirksamkeit von empfängnisverhütenden Methoden an. Je niedriger der Pearl-Index ist, desto sicherer ist das Verhütungsmittel. Die Mikropille liegt bei 0,1 bis 0,9. Das entspricht der Anzahl der Schwangerschaften pro 100 Frauen, die ein Jahr lang die Mikropille als Verhütungsmethode angewendet haben. Bei der Minipille liegt der Pearl-Index allerdings zwischen 0,5 bis 3, demnach ist das Risiko durch die Minipille Schwanger zu werden, deutlich höher als mit einer Mikropille. Allerdings haben Minipillen mit dem Östrogen Desogestrel einen Pearl-Index von 0,14 bis 0,4 und sind demzufolge sicherer als Minipillen mit anderen Östrogenen. Das Kondom hingegen hat im Vergleich einen Pearl-Index von 2 bis 21 und bietet somit einen deutlich schlechteren Schutz vor einer Schwangerschaft.

Die Antibabypille schützt jedoch nicht vor Geschlechtskrankheiten wie zum Beispiel  Chlamydien oder HIV.

Vorteile der Antibabypille

  • hohe Sicherheit (99 Prozent)
  • leichte Anwendung
  • wirkt ab dem ersten Einnahmetag
  • kann positive Auswirkung auf die Haut (bei Hautunreinheiten oder Akne) und Haare haben
  • kann Menstruationsbeschwerden lindern
  • schwächere Regelblutung
  • gute Zykluskontrolle (sorgt für einen geregelten Monatszyklus)
  • Besserung des prämenstruellen Syndroms (Verstimmungen, Wassereinlagerungen, etc.)

Nachteile der Antibabypille

  • erfordert hohe Disziplin (tägliche Einnahme zur gleichen Tageszeit)
  • Nebenwirkungen können auftreten (wie Übelkeit, Kopfschmerzen, Gewichtszunahme, etc.)
  • erhöhtes Thromboserisiko
  • kein Schutz vor Geschlechtskrankheiten
  • häufiger Libidoverlust
  • eventuelle Zwischenblutungen

Pille ist nicht gleich Pille!

Wie bereits erwähnt, gibt es verschiedene Pillenarten die unterschiedliche Wirkmechanismen vorweisen:

Kombinationspillen/Mikropillen

Diese Pillenart beinhaltet als Wirkstoffe Östrogen und Gestagen. Kombinationspillen, auch unter der Bezeichnung Mikropillen bekannt, werden in Einphasen-, Zwei- und Dreiphasenpillen unterschieden. Die Einnahme ist jedoch bei allen Präparaten gleich: Die Pille wird 21 Tage eingenommen, anschließend folgt eine 7-tägige Einnahmepause. Zwei- und Dreiphasenpräparate müssen in einer bestimmten Reihenfolge genommen werden, da sie eine unterschiedliche Zusammensetzung an Wirkstoffen haben. Für Frauen mit einer Laktoseintoleranz gibt es derzeit eine Mikropille ohne Laktose.

Minipille

Die Minipille enthält kein Östrogen, sondern nur Gestagen und muss, ohne Unterbrechung, immer zur selben Zeit eingenommen werden. Sie ist vor allem für Frauen geeignet die kein Östrogen vertragen oder sich in der Stillzeit befinden. Daher ist auch die sogenannte Stillpille eine Östrogenfreie bzw. eine Minipille. Leider kann die Minipille durch die Dauereinnahme zu Unregelmäßigkeiten im Zyklus führen.

Risiko Pille - Wie gefährlich ist die Pille für die Gesundheit?

Viele Frauen wissen bis heute nicht, dass die Pille kein harmloses Verhütungsmittel ist und mitunter große Gefahren birgt. Neben zahlreichen möglichen Begleiterscheinungen wie Gewichtszunahme, Stimmungsschwankungen oder Unterleibsschmerzen, ist die wohl gefährlichste Nebenwirkung, das erhöhte Risiko für eine Venenthrombose. Daraus kann sich wiederum eine Lungenembolie entwickeln, die mitunter auch tödlich enden kann. Im Schnitt erkranken 2 von 10.000 Frauen an einer Beinvenenthrombose. Durch die Einnahme der Pille sind es circa 5 bis 12 Frauen von 10.000.

Weitere Informationen unter Beschwerden.

Kostenübernahme der Pille

Bei Frauen unter 18 Jahren werden die Kosten der Antibabypille komplett von der Krankenkasse übernommen. Bis zum 20. Lebensjahr muss eine Rezeptgebühr gezahlt werden. Dabei können Zuzahlungen in Höhe von 5€ anfallen, wenn der Preis der Pille über dem Erstattungsbetrag der Krankenkasse liegt. Danach müssen alle Kosten der Pille selbst getragen werden.


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